Auch wenn eine Ruhe und häusliche Zurückgezogenheit, eine Corona-Stille, in den letzten Tagen eingetreten ist, befinden sich die geflüchteten Menschen hier bei uns und an Europas Grenzen in einem Zustand, der uns besorgt.

Auch wenn unsere privaten Kontakte reduziert sind, leben wir dennoch in dieser Zeit einigermaßen sicher daheim.
Ganz anders sieht das mit denen aus, die immer schon am Rande unserer Gesellschaft und in Armut leben mussten. Es trifft in dieser Krisenzeit natürlich genau diejenigen, die nicht in sicherer Arbeit, nicht in sicheren Wohnverhältnissen leben, nicht in selbstbewusster und aufrechter Haltung sich ihres Rechtes beanspruchen gelernt haben. Es trifft die Schüler*innen aus bildungsfernen Familien, die jetzt nicht die Hilfe der Eltern erwarten können.

Und es trifft nicht zuletzt die Obdachlosen in unserer StädteRegion, weil die Obdachlosenheime z.T. wegen „Corona-Schutzmaßnahmen“ schließen müssen.

An dieser Stelle möchten wir der Würselener Tafel gegenüber
unseren ganz besonderen Respekt aussprechen,
weil sie im Gegensatz zu vielen anderen Städten
ihre Aktivitäten aufrecht erhält
und ihre Türen nicht geschlossen hat.

Bei aller Stille, die über dem Land liegt und uns zur Ruhe kommen lässt, sollten wir die Unruhe und die Sorge um die, die unsere Hilfe dringend auch in diesen Zeiten brauchen, nicht vergessen.
Vielleicht werden wir auch in dieser Zeit Muße haben, über die Zeit und die danach zu reflektieren.
Das Elend in den griechischen Lagern, die nicht mehr abreißende Flüchtlingsbewegung aus Armut, Gewalt, Verfolgung und Krieg wird uns auch in den folgenden Jahren begleiten.

Wir schließen uns daher an die Forderungen auch anderer Flüchtlingsorganisationen an,
– dass die griechischen Elendslager evakuiert werden müssen,
– dass die Menschen in den Sammelunterkünften des Landes und der Kommunen den hygienischen und medizinischen Anforderungen der Corona-Viren- Maßnahmen entsprechend versorgt werden,
– dass für alle Menschen gewährleistet sein muss, das Existenzminimum, die medizinische Versorgung und ein Obdach sicherzustellen, – erst Recht in einer Ausnahmesituation wie jetzt.

Christel Schwenger

Und es trifft zu einem großen Teil eben auch die geflüchteten Menschen, die in prekären Verhältnissen leben, hier und auch am Rande unserer europäischen Grenzen.