Wir alle sind in den Zustand des Umdenkens gezwungen, wie wir uns mit den vielen auferlegten Einschränkungen zusammenfinden, um das Weihnachtsfest zu feiern.
Die vorweihnachtliche Zeit in stimmungsvoller Atmosphäre, die Weihnachtsmärkte und die winterlichen Gänge durch die geschmückte Stadt bleiben aus. Schade, für die einen, die anderen sind vielleicht sogar erleichtert, den alljährlichen Konsumrausch ein bisschen einschränken zu dürfen.
Wir sind auf dem Wege uns zu bescheiden und manch eine/r fühlt sich damit beglückt, auf diese Weise gezwungenermaßen zur Ruhe zu kommen. Wir haben ein Dach über dem Kopf und sind in der ganz besonderen Zeit, ganz besonders privilegiert, etwas Neues auszuprobieren, Neues zu denken, Altes zu überdenken. Bei allen Veränderungen haben wir die Wahl.

Es gibt aber auch Menschen, die diese Wahl nicht haben, so nie hatten.
Menschen, die ihre Heimat, ihre Familie verlassen haben, hatten oft keine Wahl.
Ihre Hoffnung auf Veränderung, auf eine Zukunft begann mit einer improvisierten Herberge, auf keinem festen Grund. Als Fremde kommen sie in neue Länder, versuchen Anteil zu nehmen in fremden Kulturen und bleiben häufig trotz großer Anstrengung außen vor.
Aus der improvisierten Herberge wird ein improvisiertes Leben, ein Überleben am Rande.

Die Pandemie wirft grell das Licht auf die am Rande Stehenden.
Dazu gehören auch die Migranten.
Ihr sozial fragiles Leben ist begleitet von Unsicherheiten und Ängsten um ihren Aufenthalt, eine Arbeit oder um die oft fehlende Erlaubnis arbeiten zu dürfen. Eine eigene Wohnung gäbe ein bisschen Sicherheit und das Vertrauen, einen Platz in der Gemeinschaft einnehmen zu können. Doch der bezahlbare Wohnraum ist knapp geworden, gerade auch in Würselen.
Die Pandemie verstärkt die Verunsicherungen, viele der geflüchteten Menschen fühlen sich überfordert und ziehen sich eher in ihre Einsamkeit zurück, als ihre rechtmäßigen Zahlungen auf den Ämtern zu erstreiten. Diese kommunizieren seit der Corona-Pandemie fast ausschließlich telefonisch. Selbst uns fällt es schwer, die Anweisungen in der Telefonschleife zu verstehen, bis wir endlich Mitarbeiter*innen erreichen, die dann für die Sache nicht zuständig sind. Wie soll jemand mit geringen Sprachkompetenzen mit Behörden per Mail in Kontakt treten und seine Anliegen vorbringen können?

Das schaffen die geflüchteten Menschen nicht alleine. Beschämt, auch hier wieder versagt zu haben, nicht angekommen zu sein, resignieren sie.
Häufig genug erkennen wir viel zu spät, dass sich Probleme mit den Ämtern, Zahlungsrückstände, nicht bezahlte Stromrechnungen, unbearbeitete Anträge auf Zahlungen beim Jobcenter u.s.w. angesammelt haben.
Wir begleiten die Migrant*innen auf den für sie undurchschaubaren Wegen der geschäftlichen Kommunikation bei Behörden oder Firmen.
Wir versuchen durch finanzielle Überbrückungen diesen Menschen in ihrer Not zu helfen, um z.B. weitere Verschuldungen aufzufangen.
Mitten unter uns wollen wir für unsere gemeinsame Zukunft niemanden verlieren.

Das ist nicht leicht in diesen Zeiten, in denen die Straßen dunkel und leer sind und die sonst üblichen Stätten der Begegnung verlassen.
In den letzten Jahren haben wir zusammen den Heiligen Abend gefeiert. Es ist zu einer wunderbaren Tradition geworden, gemeinsam in den Aachener Dom zu gehen und anschließend ein Weihnachtsessen einzunehmen, beisammen und nicht allein zu sein. Das kann leider in diesem Jahr alles nicht stattfinden. Wir möchten dennoch durch Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten bekunden, dass wir die geflüchteten Menschen in ihrer Einsamkeit und Schutzlosigkeit nicht vergessen.

Wir wünschen allen eine besinnliche Weihnachtszeit und bleibt gesund.

Der Vorstand des Förderkreises Asyl Würselen e.V.

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